Kapitel 7
Online-Fachbuch der MES-Plattform
Teil II – Analyse und Ziele

Teil II – Analyse und Ziele

Handlungsfelder und Ziele

Die Ist-Aufnahme zeigt viele einzelne Schwachstellen. Erst durch Bündelung, Priorisierung und messbare Ziele entsteht daraus ein steuerbares MES-Projekt.

Nach einer gründlichen Ist-Aufnahme liegt meist eine umfangreiche Sammlung von Problemen, Beobachtungen und Verbesserungsideen vor. Diese Sammlung ist wertvoll, aber noch keine Entscheidungsgrundlage. Sie muss strukturiert werden.

Dazu werden zusammenhängende Schwachstellen zu Handlungsfeldern gebündelt. Anschließend wird bewertet, welche Handlungsfelder für das Unternehmen besonders relevant sind. Aus den priorisierten Handlungsfeldern werden konkrete Ziele abgeleitet. Diese Ziele bestimmen später den Projektumfang, die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung, das Zielbild und die Anforderungen an das MES.

Ziel dieses Kapitels

Am Ende dieses Kapitels wissen Sie, wie Sie aus den Ergebnissen der Ist-Aufnahme klare Handlungsfelder bilden, diese nachvollziehbar priorisieren und daraus messbare sowie lösungsneutrale MES-Ziele ableiten.

Vom Einzelproblem zum Handlungsfeld

Einzelne Probleme dürfen nicht isoliert betrachtet werden. Häufig haben mehrere Beobachtungen dieselbe Ursache oder beeinflussen sich gegenseitig. Werden sie einzeln behandelt, entstehen viele kleine Maßnahmen, aber kein schlüssiges Gesamtkonzept.

Ein Beispiel:

  • Fertigmeldungen erfolgen verspätet.
  • Die Planung kennt den tatsächlichen Auftragsfortschritt nicht.
  • Vertrieb und Arbeitsvorbereitung fragen regelmäßig in der Fertigung nach.
  • Prioritäten werden mündlich geändert.
  • Liefertermine können erst mit Verzögerung bestätigt werden.

Diese Beobachtungen gehören nicht in fünf getrennte Projekte. Sie lassen sich zu einem Handlungsfeld bündeln, beispielsweise „Transparenz und Steuerung des Auftragsfortschritts verbessern“.

Ein Handlungsfeld beschreibt damit einen zusammenhängenden betrieblichen Verbesserungsbedarf. Es benennt noch keine Softwarefunktion und noch kein MES-Modul.

Aus mehr als 35 Jahren MES-Praxis

In frühen Projektphasen werden Probleme häufig sofort bestimmten Modulen zugeordnet: verspätete Rückmeldungen werden zu „BDE“, ungeplante Stillstände zu „MDE“ und Terminprobleme zur „Feinplanung“. Diese Zuordnung ist oft zu früh. Zuerst muss klar sein, welches betriebliche Ergebnis verbessert werden soll. Erst danach wird geprüft, welche Funktionen, Daten und organisatorischen Maßnahmen dafür erforderlich sind.

Handlungsfelder lösungsneutral formulieren

Ein gutes Handlungsfeld beschreibt den Verbesserungsbedarf aus Sicht des Unternehmens. Es legt nicht vorzeitig fest, wie die Lösung technisch aussehen muss.

Zu früh als Lösung formuliertLösungsneutral als Handlungsfeld formuliert
Digitale Plantafel einführenPlanungsqualität und Reaktionsfähigkeit bei Abweichungen verbessern
Maschinen automatisch anbindenVerfügbarkeit und Aktualität der Produktionsdaten erhöhen
Papierlose Fertigung einführenArbeitsplatzbezogene Informationen vollständig und aktuell bereitstellen
OEE-Dashboard installierenVerluste an Maschinen und Anlagen transparent und auswertbar machen
CAQ-Modul beschaffenPrüfprozesse vereinheitlichen und Qualitätsabweichungen früh erkennen

Die lösungsneutrale Formulierung hält den späteren Gestaltungsspielraum offen. Sie verhindert, dass das Projekt nur eine bereits favorisierte technische Idee bestätigt.

Typische Handlungsfelder einer MES-Initiative

Die konkrete Struktur hängt vom Unternehmen ab. In Produktionsunternehmen treten jedoch bestimmte Handlungsfelder regelmäßig auf.

Auftragssteuerung und Termintreue

Dieses Handlungsfeld umfasst beispielsweise unklare Prioritäten, manuelle Umplanungen, fehlende Rückmeldungen, geringe Transparenz über den Auftragsfortschritt und verspätete Reaktionen auf Abweichungen.

Maschinenverfügbarkeit und Produktivität

Hierzu gehören ungeplante Stillstände, nicht dokumentierte Störgründe, fehlende Nutzungsanalysen, geringe Transparenz über Lauf- und Nebenzeiten sowie unklare Verlustursachen.

Qualität und Prozessstabilität

Typische Themen sind verspätete Prüfungen, uneinheitliche Prüfanweisungen, manuelle Messwerterfassung, fehlende Regelkreise, nicht transparente Ausschussursachen und aufwendige Nacharbeit.

Material- und Produktionslogistik

Dieses Handlungsfeld betrifft fehlendes Material am Arbeitsplatz, unklare Bestände, Suchaufwand, manuelle Transporte, fehlerhafte Bereitstellungen und mangelnde Transparenz über Materialbewegungen.

Informationen am Arbeitsplatz

Dazu zählen veraltete Zeichnungen, Papierunterlagen, fehlende Arbeitsanweisungen, nicht eindeutige Versionsstände, manuelle Suche nach Programmen sowie unklare Freigaben.

Datenqualität und Rückverfolgbarkeit

Hier geht es um unvollständige oder widersprüchliche Stammdaten, fehlende Chargen- und Seriennummernbezüge, Medienbrüche, nicht nachvollziehbare Prozessdaten und hohen Aufwand bei Reklamationen.

Organisation und Verantwortlichkeiten

Nicht jedes Problem ist ein Softwareproblem. Unklare Zuständigkeiten, fehlende Eskalationswege, uneinheitliche Arbeitsweisen und nicht geregelte Datenverantwortung müssen als eigenes Handlungsfeld sichtbar werden.

Typischer Fehler

Die Handlungsfelder werden ausschließlich nach MES-Modulen strukturiert. Dadurch geraten bereichsübergreifende Ursachen, organisatorische Lücken und gemeinsame Zielwirkungen aus dem Blick.

Handlungsfelder nachvollziehbar beschreiben

Jedes Handlungsfeld sollte nach derselben Logik dokumentiert werden. Damit werden unterschiedliche Themen vergleichbar und später priorisierbar.

ElementInhalt
BezeichnungKurzer, verständlicher Titel des Handlungsfelds
AusgangslageZusammenfassung der relevanten Ist-Situation
SchwachstellenBelegte Probleme und wiederkehrende Abweichungen
UrsachenBestätigte Ursachen und noch zu prüfende Annahmen
AuswirkungenFolgen für Termine, Kosten, Qualität, Produktivität und Aufwand
Betroffene BereicheFachbereiche, Rollen, Standorte und Prozesse
Verfügbare KennzahlenMessgrößen und heutige Ausgangswerte
VerbesserungsrichtungWelcher Zustand grundsätzlich erreicht werden soll

Diese Beschreibung schafft eine saubere Verbindung zwischen der Ist-Aufnahme und den späteren Zielen. Sie verhindert, dass wichtige Zusammenhänge verloren gehen.

Handlungsfelder priorisieren

Nicht jedes erkannte Problem kann und muss im ersten Schritt gelöst werden. Die Priorisierung entscheidet, welche Themen in das MES-Projekt aufgenommen, später umgesetzt oder bewusst zurückgestellt werden.

Die Bewertung sollte nicht nur auf subjektiver Dringlichkeit beruhen. Empfehlenswert sind einheitliche Kriterien.

KriteriumLeitfrage
Wirtschaftliche WirkungWelche Kosten, Verluste oder gebundenen Kapazitäten können beeinflusst werden?
Strategische BedeutungUnterstützt das Handlungsfeld wichtige Unternehmens- oder Standortziele?
KundenwirkungVerbessert es Termintreue, Qualität, Nachweisfähigkeit oder Reaktionszeit?
ProzesswirkungWie viele Bereiche, Aufträge, Produkte oder Mitarbeitende sind betroffen?
DringlichkeitWelche Risiken entstehen, wenn das Thema nicht bearbeitet wird?
AbhängigkeitenIst das Handlungsfeld Voraussetzung für andere Verbesserungen?
UmsetzbarkeitSind Daten, Organisation und technische Voraussetzungen grundsätzlich vorhanden?

Eine einfache Bewertungsskala reicht aus, wenn die Kriterien klar definiert sind. Entscheidend ist nicht die mathematische Genauigkeit, sondern eine nachvollziehbare gemeinsame Entscheidung.

Praxisempfehlung

Bewerten Sie die Handlungsfelder zunächst fachlich, ohne bereits konkrete Softwarekosten einzurechnen. Die wirtschaftliche Vertiefung folgt in Teil III. So vermeiden Sie, dass ein wichtiges Thema nur deshalb zurückgestellt wird, weil vorschnell ein hoher technischer Aufwand vermutet wird.

Abhängigkeiten zwischen Handlungsfeldern erkennen

Handlungsfelder stehen selten unabhängig nebeneinander. Häufig ist ein Thema Voraussetzung für ein anderes.

Beispiele:

  • Eine belastbare Auftragsfeinplanung benötigt aktuelle Rückmeldungen aus der Fertigung.
  • Eine OEE-Auswertung benötigt eindeutige Maschinenzustände und gepflegte Verlustgründe.
  • Rückverfolgbarkeit benötigt verlässliche Material-, Auftrags- und Prozessdaten.
  • Digitale Arbeitsanweisungen benötigen geregelte Freigaben und eindeutige Dokumentversionen.
  • Automatische Datenerfassung benötigt geeignete Maschinen, Schnittstellen und Stammdaten.

Diese Abhängigkeiten beeinflussen die spätere Einführungsreihenfolge. Ein Handlungsfeld mit hoher Wirkung kann dennoch nicht zuerst umgesetzt werden, wenn notwendige Grundlagen fehlen.

Aus Handlungsfeldern klare Ziele ableiten

Ein Ziel beschreibt den gewünschten zukünftigen Zustand. Es beantwortet nicht, welche Softwarefunktion gekauft werden soll, sondern welche betriebliche Verbesserung erreicht werden muss.

Ein belastbares Ziel enthält möglichst:

  • den zu verbessernden Zustand,
  • eine messbare Zielgröße,
  • einen Ausgangswert,
  • einen angestrebten Wert,
  • einen Verantwortlichen,
  • einen Zielzeitpunkt,
  • den betroffenen Bereich oder Umfang.
UnzureichendBelastbar
Mehr Transparenz schaffenDer aktuelle Bearbeitungsstatus aller freigegebenen Fertigungsaufträge ist während der Produktionszeit mit maximal 15 Minuten Verzögerung verfügbar.
Termintreue erhöhenDie bestätigte Termintreue im betrachteten Werk steigt innerhalb von zwölf Monaten nach dem Rollout von 78 auf mindestens 92 Prozent.
Stillstände reduzierenUngeplante Stillstandszeiten an den definierten Engpassanlagen werden innerhalb eines Jahres um mindestens 15 Prozent reduziert.
Papier vermeidenFreigegebene Arbeits- und Prüfanweisungen werden an allen Pilotarbeitsplätzen digital und versionssicher bereitgestellt.
Qualität verbessernDie Ausschussquote der ausgewählten Produktgruppe sinkt innerhalb von zwölf Monaten von 4,2 auf höchstens 3,2 Prozent.

Ziele auf drei Ebenen formulieren

Für ein MES-Projekt ist es hilfreich, Ziele auf drei Ebenen zu unterscheiden.

Unternehmensziele

Sie beschreiben den übergeordneten Nutzen für das Unternehmen, beispielsweise höhere Termintreue, kürzere Durchlaufzeiten, bessere Qualität oder höhere Anlagenproduktivität.

Prozessziele

Sie beschreiben, wie sich konkrete Abläufe verbessern sollen, beispielsweise schnellere Rückmeldungen, geringerer Planungsaufwand, eindeutige Prioritäten oder frühere Reaktion auf Störungen.

System- und Datenziele

Sie beschreiben notwendige Fähigkeiten der zukünftigen Unterstützung, beispielsweise aktuelle Datenverfügbarkeit, einheitliche Statusmodelle, vollständige Rückverfolgbarkeit oder standardisierte Schnittstellen.

Die Ebenen müssen miteinander verbunden sein. Ein Systemziel ist nur dann sinnvoll, wenn es ein Prozessziel unterstützt. Ein Prozessziel ist nur dann relevant, wenn es auf ein Unternehmensziel einzahlt.

Beispiel für eine durchgängige Zielkette

Unternehmensziel: Die Termintreue soll von 82 auf mindestens 95 Prozent steigen.

Prozessziel: Abweichungen vom Produktionsplan sollen spätestens 30 Minuten nach ihrem Auftreten erkannt und bewertet werden.

System- und Datenziel: Auftragsfortschritt, Maschinenstatus, Materialverfügbarkeit und relevante Störungen müssen für die Planung aktuell und eindeutig verfügbar sein.

Zielkonflikte offenlegen

Ziele können sich widersprechen. Diese Konflikte müssen früh sichtbar werden.

Typische Beispiele sind:

  • maximale Maschinenauslastung versus kurze Durchlaufzeiten,
  • hohe Planungssicherheit versus kurzfristige Kundenprioritäten,
  • umfangreiche Datenerfassung versus einfache Bedienung,
  • einheitliche Standardprozesse versus standortspezifische Besonderheiten,
  • vollständige Automatisierung versus wirtschaftlich vertretbarer Aufwand.

Ein Zielkonflikt ist kein Fehler. Problematisch wird er erst, wenn er nicht entschieden wird. Die Projektleitung benötigt klare Prioritäten und Eskalationswege.

Typischer Fehler

Alle Beteiligten formulieren ihre eigenen Ziele, ohne sie untereinander abzustimmen. Später soll das MES gleichzeitig maximale Flexibilität, vollständige Standardisierung, minimale Dateneingabe und lückenlose Dokumentation liefern. Solche Widersprüche führen zwangsläufig zu Konflikten im Lastenheft und in der Softwareauswahl.

Ausgangswerte und Messmethoden festlegen

Ein Ziel ist nur dann überprüfbar, wenn der Ausgangswert und die Messmethode bekannt sind. Fehlen verlässliche Daten, muss dies offen dokumentiert werden.

Dann gibt es drei Möglichkeiten:

  1. Der Ausgangswert wird vor Projektbeginn durch eine begrenzte Messung ermittelt.
  2. Für die Einführungsphase wird zunächst ein Transparenzziel festgelegt.
  3. Der Zielwert wird nach einer definierten Datenstabilisierungsphase verbindlich festgelegt.

Beispielsweise kann die erste Zielsetzung lauten, Stillstandsgründe an den Engpassmaschinen über drei Monate vollständig und einheitlich zu erfassen. Erst danach lässt sich ein realistisches Reduktionsziel ableiten.

Projektziele und Anforderungen nicht vermischen

Projektziele beschreiben den beabsichtigten Nutzen. Anforderungen beschreiben später, was das System, der Anbieter und die Projektumsetzung leisten müssen, damit diese Ziele erreichbar werden.

ProjektzielSpätere mögliche Anforderung
Auftragsfortschritt innerhalb von 15 Minuten verfügbarDas System muss Mengen-, Zeit- und Statusrückmeldungen arbeitsplatzbezogen verarbeiten und dem Leitstand bereitstellen.
Ungeplante Stillstände um 15 Prozent reduzierenMaschinenzustände und Stillstandsgründe müssen zeitnah erfasst und nach Anlage, Zeitraum und Ursache ausgewertet werden können.
Prüfungen vollständig und termingerecht durchführenPrüfaufträge müssen abhängig von Auftrag, Arbeitsgang und Prüfintervall automatisch bereitgestellt werden.

Diese Trennung ist später für das Lastenheft entscheidend. Sie stellt sicher, dass jede wichtige Anforderung auf ein nachvollziehbares Ziel zurückgeführt werden kann.

Beispiel: Musterwerk Präzisionstechnik GmbH

Beispiel: Von 23 Schwachstellen zu vier priorisierten Handlungsfeldern

Bei der Musterwerk Präzisionstechnik GmbH wurden in der Ist-Aufnahme 23 relevante Schwachstellen dokumentiert. Nach der Bündelung entstanden vier Handlungsfelder:

  1. Auftragsfortschritt und Prioritäten transparent steuern,
  2. Material- und Ressourcenverfügbarkeit frühzeitig berücksichtigen,
  3. Störungen und Verlustursachen an Engpassmaschinen systematisch auswerten,
  4. Arbeits- und Prüfinformationen versionssicher bereitstellen.

Die Geschäftsführung priorisierte zunächst die ersten drei Handlungsfelder. Ausschlaggebend waren die direkte Wirkung auf Termintreue, Kapazität und Kundenkommunikation.

Für das erste Handlungsfeld wurde das Ziel festgelegt, den aktuellen Status aller freigegebenen Aufträge mit maximal 15 Minuten Verzögerung bereitzustellen. Gleichzeitig sollte die Zahl manueller Statusrückfragen innerhalb von sechs Monaten nach Einführung um mindestens 70 Prozent sinken.

Damit war klar, welcher Nutzen erwartet wurde. Welche Funktionen und Module dafür erforderlich waren, wurde erst im späteren Zielbild festgelegt.

Ergebnisse dieses Arbeitsschritts

Der Arbeitsschritt ist abgeschlossen, wenn folgende Ergebnisse vorliegen:

  • gebündelte und verständlich beschriebene Handlungsfelder,
  • nachvollziehbare Verknüpfung zu den Ergebnissen der Ist-Aufnahme,
  • Bewertung nach einheitlichen Kriterien,
  • priorisierte Handlungsfelder,
  • erkannte Abhängigkeiten und Voraussetzungen,
  • abgestimmte Unternehmens-, Prozess- sowie System- und Datenziele,
  • Ausgangswerte, Zielwerte und Messmethoden, soweit verfügbar,
  • Verantwortliche und Zielzeitpunkte,
  • dokumentierte Zielkonflikte und getroffene Entscheidungen.

Arbeitshilfe: Handlungsfelder und Ziele prüfen

Arbeitshilfe: Prüfliste

  • Alle Handlungsfelder lassen sich auf belegte Ergebnisse der Ist-Aufnahme zurückführen.
  • Zusammenhängende Schwachstellen wurden gebündelt.
  • Handlungsfelder sind lösungsneutral formuliert.
  • Organisatorische Ursachen wurden nicht als reine Softwarethemen behandelt.
  • Die Priorisierung erfolgte nach einheitlichen Kriterien.
  • Abhängigkeiten zwischen den Handlungsfeldern sind dokumentiert.
  • Die priorisierten Handlungsfelder sind von Geschäftsführung, Fachbereichen und IT verstanden.
  • Die Ziele beschreiben betriebliche Verbesserungen und keine Produktfunktionen.
  • Ausgangswerte, Zielwerte, Messmethoden und Zeitpunkte sind soweit möglich festgelegt.
  • Unternehmens-, Prozess- sowie System- und Datenziele bilden eine nachvollziehbare Zielkette.
  • Zielkonflikte wurden erkannt und entschieden.
  • Jedes priorisierte Ziel besitzt einen fachlich Verantwortlichen.

Ihr Nutzen

Klare Handlungsfelder und messbare Ziele geben dem MES-Projekt eine belastbare Richtung. Sie verhindern, dass eine unstrukturierte Funktionssammlung entsteht, schaffen eine gemeinsame Entscheidungsgrundlage und ermöglichen später die wirtschaftliche Bewertung des erwarteten Nutzens.

Entscheidungspunkt

Sind die wichtigsten Handlungsfelder priorisiert und durch messbare Ziele beschrieben? Falls nein: Welche Ausgangswerte, Verantwortlichkeiten oder Zielkonflikte müssen vor der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung noch geklärt werden?

Übergang zum nächsten Kapitel

Die priorisierten Handlungsfelder zeigen, wo Verbesserungen notwendig sind. Die Ziele beschreiben, welche Wirkung erreicht werden soll. Im nächsten Teil wird daraus die wirtschaftliche Perspektive entwickelt: Welche Einsparpotenziale sind realistisch, wie lassen sie sich nachvollziehbar berechnen und welchen finanziellen Rahmen rechtfertigen sie?