Teil II – Analyse und Ziele
Ist-Zustand aufnehmen
Eine belastbare MES-Entscheidung beginnt nicht mit Funktionen und Anbietern. Sie beginnt mit einem gemeinsamen, nachweisbaren Bild der heutigen Prozesse, Systeme, Daten und Probleme.
Nach der grundsätzlichen Orientierung beginnt die eigentliche Projektvorbereitung. Der erste Schritt ist die strukturierte Aufnahme des Ist-Zustands. Sie schafft die Grundlage für alle weiteren Entscheidungen: Handlungsfelder, Ziele, Einsparpotenziale, Budget, Zielbild, Lastenheft und Softwareauswahl.
Eine Ist-Aufnahme darf sich nicht auf vorhandene Dokumente oder einzelne Gespräche beschränken. Entscheidend ist, wie die Abläufe in der Praxis tatsächlich funktionieren. Dazu gehören geplante Prozesse ebenso wie Umgehungslösungen, Excel-Dateien, Papierbelege, manuelle Rückfragen, Doppelerfassungen und informelle Abstimmungen.
Ziel dieses Kapitels
Am Ende dieses Kapitels wissen Sie, welche Bereiche eine MES-Ist-Analyse abdecken muss, wie Sie Fakten von Meinungen trennen und welche Ergebnisse für die nächsten Projektschritte vorliegen müssen.
Warum die Ist-Aufnahme über die Qualität des gesamten Projekts entscheidet
Ein MES soll betriebliche Abläufe verbessern. Deshalb muss zuerst verstanden werden, wo heute Zeit, Qualität, Verfügbarkeit, Transparenz oder Steuerungsfähigkeit verloren gehen. Ohne diese Grundlage besteht die Gefahr, Symptome zu digitalisieren, statt Ursachen zu beseitigen.
Die Ist-Aufnahme beantwortet insbesondere folgende Fragen:
- Wie laufen Aufträge, Materialien, Informationen und Rückmeldungen heute durch das Unternehmen?
- Welche Systeme und Hilfsmittel werden tatsächlich genutzt?
- Wo entstehen Medienbrüche, Wartezeiten, Doppelerfassungen oder Informationsverluste?
- Welche Probleme treten regelmäßig auf?
- Welche Auswirkungen haben diese Probleme auf Termine, Kosten, Qualität und Aufwand?
- Welche Ursachen sind bereits bekannt und welche müssen noch geprüft werden?
- Welche Daten sind vorhanden, wie zuverlässig sind sie und wer verantwortet sie?
- Welche organisatorischen Rahmenbedingungen beeinflussen die Abläufe?
Erst wenn diese Fragen ausreichend beantwortet sind, kann bewertet werden, wo ein MES tatsächlich Nutzen stiften kann.
Aus mehr als 35 Jahren MES-Praxis
In Besprechungen wirken Prozesse häufig klarer, als sie im Produktionsalltag sind. Erst bei der Begehung zeigt sich, dass Mitarbeitende Informationen auf Papier ergänzen, Daten mehrfach eingeben oder fehlende Systemfunktionen mit persönlichen Excel-Dateien ausgleichen. Diese gelebte Praxis gehört zwingend in die Ist-Aufnahme.
Beobachten, beschreiben und bewerten – in dieser Reihenfolge
Eine belastbare Analyse trennt drei Schritte voneinander:
- Beobachten: Was geschieht tatsächlich?
- Beschreiben: Wie läuft der Prozess heute ab?
- Bewerten: Welche Schwächen, Auswirkungen und Ursachen sind erkennbar?
Diese Reihenfolge verhindert, dass bereits während der Aufnahme voreilige Lösungen festgelegt werden. Aussagen wie „Wir brauchen eine digitale Plantafel“ oder „Das neue MES muss automatisch Maschinen anbinden“ sind noch keine Ist-Beschreibung. Sie sind mögliche Lösungsansätze, die später geprüft werden.
Typischer Fehler
Die Ist-Analyse wird als Workshop über gewünschte MES-Funktionen durchgeführt. Dadurch entsteht eine Wunschliste, aber kein belastbares Bild der heutigen Probleme, Ursachen und Auswirkungen.
Den Untersuchungsumfang klar abgrenzen
Vor Beginn der Aufnahme muss festgelegt werden, welche Standorte, Bereiche, Prozesse, Produktgruppen und Systeme betrachtet werden. Ohne diese Abgrenzung wird die Analyse entweder zu oberflächlich oder unkontrolliert umfangreich.
Die Abgrenzung sollte mindestens enthalten:
- betroffene Werke und Produktionsbereiche,
- relevante Fertigungsarten und Produktgruppen,
- betrachtete Schichten und Arbeitszeitmodelle,
- Schnittstellen zu Planung, Qualität, Logistik, Instandhaltung und Personal,
- vorhandene ERP-, BDE-, MDE-, CAQ-, Planungs- und Speziallösungen,
- repräsentative Maschinen, Linien und Arbeitsplätze,
- bewusst ausgeschlossene Themen.
Bei mehreren Werken ist zu klären, ob ein Pilotwerk analysiert oder von Beginn an ein standortübergreifendes Ziel verfolgt wird. Ein einzelnes Werk darf nicht ungeprüft als repräsentativ für alle Standorte gelten.
Die Ist-Aufnahme entlang der Wertschöpfung durchführen
Die sinnvollste Reihenfolge folgt dem realen Auftrags- und Materialfluss. Die Analyse beginnt dort, wo Produktionsbedarf entsteht, und endet dort, wo der Auftrag abgeschlossen, dokumentiert und an nachgelagerte Systeme zurückgemeldet wird.
Typische Stationen sind:
- Auftragseingang und Übergabe aus dem ERP,
- Grob- und Feinplanung,
- Materialbereitstellung und Produktionslogistik,
- Arbeitsvorbereitung und Bereitstellung von Unterlagen, Programmen, Werkzeugen und Ressourcen,
- Auftragsstart und Identifikation am Arbeitsplatz,
- Betriebs- und Maschinendatenerfassung,
- Störungs-, Ausschuss- und Nacharbeitsprozesse,
- fertigungsbegleitende Qualitätsprüfung,
- Auftragsfortschritt und Rückmeldung,
- Rückverfolgbarkeit, Dokumentation und Auftragsabschluss.
Diese Betrachtung verhindert eine rein abteilungsbezogene Sicht. Viele Probleme entstehen gerade an Übergaben zwischen Bereichen oder Systemen.
Sechs Analysefelder für ein vollständiges Ist-Bild
1. Prozesse und Arbeitsabläufe
Erfasst wird, wie die Arbeit tatsächlich ausgeführt wird. Dazu gehören Auslöser, Reihenfolge, Beteiligte, Entscheidungen, Ausnahmen und Rückmeldungen.
Wichtige Fragen sind:
- Wer startet den Prozess?
- Welche Informationen werden benötigt?
- Woher kommen diese Informationen?
- Welche manuellen Tätigkeiten und Freigaben sind notwendig?
- Welche Ausnahmen treten auf?
- Wie werden Abweichungen behandelt?
- Wann und wo wird der Prozess abgeschlossen?
Ein Prozess ist nicht ausreichend beschrieben, wenn nur der Standardfall bekannt ist. Gerade Eilaufträge, Maschinenstörungen, Materialmangel, Nacharbeit oder fehlende Prüfmittel zeigen, wie belastbar die heutige Organisation wirklich ist.
2. Systeme und Schnittstellen
Die Systemaufnahme zeigt, welche Anwendungen den Prozess unterstützen und wie Informationen zwischen ihnen übertragen werden.
Zu dokumentieren sind:
- Systemname, Hersteller, Version und technischer Zustand,
- fachlich genutzte Funktionen,
- Nutzergruppen und Nutzungsintensität,
- Ein- und Ausgangsdaten,
- Schnittstellen und Übertragungsrhythmen,
- manuelle Importe, Exporte und Doppelerfassungen,
- Eigenentwicklungen, Makros und individuelle Erweiterungen,
- Wartung, Support und Zukunftssicherheit.
Entscheidend ist nicht nur, ob eine Funktion vorhanden ist. Ebenso wichtig ist, ob sie genutzt wird, zuverlässig funktioniert und den heutigen Prozess ausreichend unterstützt.
3. Daten und Datenqualität
Ein MES verarbeitet Auftrags-, Maschinen-, Qualitäts-, Material-, Personal- und Stammdaten. Deshalb muss früh geprüft werden, ob die erforderlichen Daten verfügbar und verwendbar sind.
Zu untersuchen sind beispielsweise:
- Arbeitspläne und Arbeitsgänge,
- Maschinen- und Arbeitsplatzstammdaten,
- Schichtmodelle und Kalender,
- Rüst- und Vorgabezeiten,
- Material-, Chargen- und Seriennummerninformationen,
- Prüfpläne und Prüfmerkmale,
- Stör-, Ausschuss- und Nacharbeitsgründe,
- Personalqualifikationen und Berechtigungen.
Für jede relevante Datenart sollte feststehen, wo sie geführt wird, wer sie verantwortet, wie aktuell sie ist und welche bekannten Qualitätsprobleme bestehen.
4. Organisation, Rollen und Verantwortlichkeiten
Viele Schwächen sind nicht technisch verursacht. Unklare Zuständigkeiten, uneinheitliche Regeln oder fehlende Eskalationswege können durch Software allein nicht gelöst werden.
Die Analyse sollte deshalb klären:
- Wer plant, priorisiert und gibt Aufträge frei?
- Wer darf Reihenfolgen ändern?
- Wer pflegt Stammdaten und Rückmeldegründe?
- Wer reagiert auf Störungen und Abweichungen?
- Wer prüft Datenqualität und Vollständigkeit?
- Wer entscheidet bei Zielkonflikten?
Unterschiedliche Antworten auf dieselbe Verantwortungsfrage sind selbst ein wichtiges Analyseergebnis.
5. Kennzahlen und wirtschaftliche Auswirkungen
Probleme sollten soweit möglich mit vorhandenen Kennzahlen, Mengen und Zeitaufwänden belegt werden. Nur so lassen sich später Potenziale und Budget nachvollziehbar ableiten.
Relevante Größen können sein:
- Termintreue und Lieferverzug,
- Durchlauf- und Liegezeiten,
- Rüstzeiten und ungeplante Stillstände,
- Ausschuss- und Nacharbeitsquote,
- Planungs-, Erfassungs- und Auswertungsaufwand,
- Such- und Abstimmungszeiten,
- Bestände und Umlaufmaterial,
- Aufwand für Nachweise und Rückverfolgbarkeit.
Fehlen belastbare Kennzahlen, ist auch das ein Ergebnis. Dann muss beschrieben werden, welche Daten derzeit nicht verfügbar sind und wie eine spätere Messung ermöglicht werden kann.
6. Technische und organisatorische Rahmenbedingungen
Zusätzlich sind Bedingungen zu erfassen, die eine spätere Lösung beeinflussen. Dazu gehören unter anderem Netzwerkabdeckung, Maschinenzugänge, Endgeräte, Benutzerverwaltung, Informationssicherheit, Datenschutz, Betriebsrat, Schichtbetrieb und verfügbare interne Ressourcen.
Diese Punkte sind noch keine technischen Anforderungen. Sie zeigen jedoch früh, wo Abhängigkeiten, Risiken oder zusätzliche Aufwände entstehen können.
Die richtigen Informationsquellen kombinieren
Eine einzelne Methode reicht für eine belastbare Ist-Aufnahme nicht aus. Bewährt hat sich die Kombination aus mehreren Quellen:
| Informationsquelle | Nutzen | Typische Grenze |
|---|---|---|
| Dokumente und Systemübersichten | Zeigen definierte Prozesse, Systeme und Zuständigkeiten. | Entsprechen nicht immer der gelebten Praxis. |
| Interviews | Machen Erfahrungen, Probleme und Erwartungen sichtbar. | Aussagen können subjektiv oder bereichsbezogen sein. |
| Workshops | Führen unterschiedliche Sichtweisen zusammen. | Dominante Teilnehmer können das Ergebnis beeinflussen. |
| Produktionsbegehung | Zeigt reale Abläufe, Medienbrüche und Hilfslösungen. | Eine Momentaufnahme bildet nicht jede Schicht und Ausnahme ab. |
| System- und Datenauswertung | Liefert Mengen, Zeiten, Häufigkeiten und Abweichungen. | Schlechte Datenqualität kann zu falschen Aussagen führen. |
Widersprechen sich Quellen, darf die Abweichung nicht einfach geglättet werden. Sie muss geklärt oder als offener Punkt dokumentiert werden.
Die Produktionsbegehung gezielt vorbereiten
Eine Begehung ist kein allgemeiner Betriebsrundgang. Sie folgt konkreten Aufträgen, Materialien und Informationen. Sinnvoll ist, repräsentative Fälle auszuwählen: einen normalen Auftrag, einen Eilauftrag, einen Auftrag mit Qualitätsprüfung und einen Fall mit Störung oder Nacharbeit.
Während der Begehung sollten unter anderem folgende Beobachtungen festgehalten werden:
- Wo entstehen Wartezeiten oder Rückfragen?
- Welche Informationen fehlen am Arbeitsplatz?
- Welche Daten werden auf Papier oder in Excel ergänzt?
- Wo werden Daten doppelt erfasst?
- Wie werden Störungen, Ausschuss und Nacharbeit gemeldet?
- Wie erkennt die Planung den tatsächlichen Auftragsfortschritt?
- Wie werden Material, Werkzeug, Prüfmittel und Personal koordiniert?
- Welche Tätigkeiten hängen von Erfahrung einzelner Mitarbeitender ab?
Aus mehr als 35 Jahren MES-Praxis
Die wertvollsten Hinweise entstehen häufig an den Übergabepunkten: vom ERP zur Planung, von der Planung in die Fertigung, von der Maschine zur Rückmeldung oder von der Produktion zur Qualität. Dort entstehen Verzögerungen und Informationsverluste, obwohl jeder einzelne Bereich seine Aufgabe scheinbar erfüllt.
Probleme nach einheitlicher Logik dokumentieren
Eine allgemeine Aussage wie „Die Planung ist schlecht“ ist für die weitere Projektarbeit nicht brauchbar. Jedes relevante Problem sollte so konkret beschrieben werden, dass Ursache, Auswirkung und spätere Verbesserung nachvollzogen werden können.
| Element | Leitfrage | Beispiel |
|---|---|---|
| Beobachtung | Was geschieht heute? | Fertigmeldungen werden gesammelt am Schichtende erfasst. |
| Häufigkeit | Wie oft tritt dies auf? | Bei rund 70 Prozent der Aufträge. |
| Auswirkung | Was folgt daraus? | Der Auftragsfortschritt ist während der Schicht nicht zuverlässig. |
| Ursache | Warum geschieht dies? | Die Rückmeldung am Arbeitsplatz ist zu aufwendig und nicht in den Ablauf integriert. |
| Betroffene | Wer ist davon betroffen? | Fertigungssteuerung, Arbeitsvorbereitung und Vertrieb. |
| Nachweis | Womit wird die Aussage belegt? | Beobachtung, Interviews und Zeitvergleich aus 20 Aufträgen. |
Ist eine Ursache noch nicht sicher, muss sie als Annahme oder Prüfpunkt gekennzeichnet werden. Vermutungen dürfen nicht als bestätigte Fakten in die weitere Planung eingehen.
Fakten, Wahrnehmungen und Anforderungen trennen
Während der Ist-Aufnahme entstehen drei unterschiedliche Arten von Aussagen:
- Fakt: Eine beobachtete oder durch Daten belegte Situation.
- Wahrnehmung: Eine Einschätzung oder Erfahrung eines Beteiligten.
- Anforderung: Eine spätere Festlegung, was eine Lösung leisten soll.
Alle drei Aussagen sind wertvoll. Sie dürfen jedoch nicht vermischt werden. Aus dem Fakt „Rückmeldungen erfolgen zwei Stunden verspätet“ und der Wahrnehmung „Die Erfassung ist zu kompliziert“ wird noch nicht automatisch die Anforderung „Das MES muss vollständig automatisch rückmelden“. Zuerst sind Ursache, gewünschter Prozess und geeignete Lösung zu klären.
Typischer Fehler
Einzelne Wünsche erfahrener Mitarbeitender werden ohne Prüfung als verbindliche MES-Anforderungen übernommen. Dadurch wird der heutige Prozess lediglich technisch nachgebaut, obwohl eine einfachere oder standardnähere Lösung möglich wäre.
Beispiel: Musterwerk Präzisionstechnik GmbH
Beispiel: Vom vermuteten Problem zum belegten Ist-Zustand
Bei der Musterwerk Präzisionstechnik GmbH lautete die erste Aussage: „Unsere Feinplanung funktioniert nicht.“ Die Analyse zeigte jedoch ein differenzierteres Bild.
Die Planer erstellten täglich eine Reihenfolge in Excel. Während der Schicht änderten Meister und Teamleiter diese Reihenfolge aufgrund von Materialmangel, Werkzeugverfügbarkeit, Störungen und Eilaufträgen. Die Änderungen wurden nicht zentral dokumentiert. Fertigmeldungen erfolgten teilweise erst am Schichtende. Dadurch arbeitete die Planung mit einem veralteten Auftragsstand.
Das eigentliche Problem bestand somit nicht nur in der Plantafel. Es war das Zusammenspiel aus verspäteten Rückmeldungen, fehlender Transparenz über Ressourcen und nicht geregelten Prioritätsänderungen.
Diese Erkenntnis veränderte den späteren Projektumfang. Neben der Auftragsfeinplanung wurden BDE, ausgewählte MDE, Materialstatus und klare Verantwortlichkeiten für Reihenfolgeänderungen berücksichtigt.
Ergebnisse der Ist-Aufnahme
Die Ist-Aufnahme ist abgeschlossen, wenn nicht nur Gespräche geführt, sondern verwertbare Ergebnisse dokumentiert wurden. Dazu gehören mindestens:
- abgegrenzter Untersuchungsumfang,
- übersichtliche Darstellung der relevanten Ist-Prozesse,
- System- und Schnittstellenübersicht,
- Beschreibung wichtiger Daten und erkannter Qualitätsprobleme,
- Liste der Schwachstellen mit Auswirkungen und Nachweisen,
- offene Fragen, Annahmen und Prüfbedarfe,
- erste Einordnung betroffener Bereiche und Verantwortlichkeiten,
- verfügbare Kennzahlen und fehlende Messgrößen.
Die Dokumentation muss so verständlich sein, dass Geschäftsführung, Fachbereiche und IT dasselbe Bild der Ausgangslage erhalten.
Arbeitshilfe: Prüfliste für die Ist-Aufnahme
Arbeitshilfe: Ist-Zustand vollständig erfassen
- Standorte, Bereiche, Prozesse und Systeme sind eindeutig abgegrenzt.
- Die Analyse folgt dem realen Auftrags-, Material- und Informationsfluss.
- Dokumente, Interviews, Workshops, Begehung und Daten wurden kombiniert.
- Standardabläufe und wichtige Ausnahmefälle wurden betrachtet.
- Vorhandene Systeme, Eigenentwicklungen und Excel-Lösungen sind dokumentiert.
- Medienbrüche, Doppelerfassungen und manuelle Abstimmungen sind sichtbar.
- Relevante Stammdaten und Datenverantwortliche sind bekannt.
- Probleme sind mit Häufigkeit, Auswirkung und Nachweis beschrieben.
- Vermutete Ursachen sind von bestätigten Ursachen getrennt.
- Fakten, Wahrnehmungen und Anforderungen werden nicht vermischt.
- Offene Punkte und fehlende Kennzahlen sind dokumentiert.
- Die Ergebnisse wurden mit den beteiligten Bereichen abgestimmt.
Ihr Nutzen
Eine strukturierte Ist-Aufnahme schafft ein gemeinsames und belastbares Bild der Ausgangslage. Sie verhindert, dass das Projekt auf Einzelmeinungen, unvollständigen Annahmen oder vorschnellen Lösungsideen aufbaut. Damit entsteht die notwendige Grundlage für klare Handlungsfelder, messbare Ziele und eine wirtschaftlich begründete MES-Entscheidung.
Entscheidungspunkt
Ist der heutige Zustand ausreichend dokumentiert, um die wichtigsten Schwachstellen, Auswirkungen und Ursachen gemeinsam zu bewerten? Falls nein: Welche Prozesse, Daten oder Beteiligten müssen noch einbezogen werden?
Übergang zum nächsten Kapitel
Die Ist-Aufnahme zeigt, wo das Unternehmen heute steht. Im nächsten Schritt werden die Erkenntnisse zu Handlungsfeldern gebündelt, priorisiert und in konkrete Ziele überführt. Erst damit wird aus einer Sammlung von Problemen eine steuerbare MES-Initiative.